7 häufige Barrieren in Online-Shops – und warum sie Kunden verlieren

Ein Online-Shop soll einfach funktionieren. Menschen möchten Produkte finden, Informationen verstehen und ohne Probleme kaufen können. Doch viele Online-Shops haben digitale Barrieren, die genau das verhindern.

Diese Barrieren betreffen nicht nur Menschen mit Behinderung. Auch ältere Menschen, Personen mit wenig Technik-Erfahrung oder Kunden in stressigen Alltagssituationen können dadurch den Kauf abbrechen.

Digitale Barrierefreiheit verbessert deshalb nicht nur die Zugänglichkeit, sondern auch die Nutzerfreundlichkeit, das Vertrauen und die Conversion im E-Commerce.

1. Zu schwache Kontraste

Wenn Texte, Buttons oder Hinweise zu wenig Kontrast zum Hintergrund haben, sind sie schwer lesbar. Besonders bei kleinen Schriftgrößen oder hellen Farben kann das schnell zum Problem werden.

Das betrifft zum Beispiel Produktpreise, Rabattinformationen, Fehlermeldungen oder Call-to-Action-Buttons.

2. Unklare Buttons und Links

Buttons wie „Mehr“, „Weiter“ oder „Hier klicken“ sagen oft nicht genau, was passiert. Für viele Menschen ist das verwirrend. Auch Screenreader können solche Links nicht gut einordnen.

Besser sind klare Beschriftungen wie „Produktdetails ansehen“, „In den Warenkorb legen“ oder „Bestellung abschließen“.

3. Formulare sind schwer bedienbar

Formulare gehören zu den wichtigsten Bereichen im Online-Shop. Wenn Pflichtfelder nicht klar markiert sind, Fehlermeldungen unverständlich sind oder Eingabefelder nicht richtig beschriftet wurden, entstehen Kaufabbrüche.

Gerade im Checkout müssen Formulare einfach, verständlich und barrierefrei bedienbar sein.

4. Der Shop funktioniert nicht mit der Tastatur

Nicht alle Menschen nutzen eine Maus. Viele navigieren mit der Tastatur oder mit unterstützenden Technologien.

Wenn Menüs, Filter, Produktkarten oder der Warenkorb nicht per Tastatur erreichbar sind, ist der Shop für viele Menschen nicht vollständig nutzbar.

5. Fehlende Alternativtexte bei Bildern

Produktbilder sind im E-Commerce sehr wichtig. Wenn sie keinen sinnvollen Alternativtext haben, können Menschen mit Screenreader wichtige Informationen nicht erfassen.

Ein guter Alternativtext beschreibt kurz, was auf dem Bild relevant ist. Besonders bei Produktbildern, Infografiken oder erklärenden Icons ist das wichtig.

6. Unverständliche Fehlermeldungen

Fehlermeldungen wie „Ungültige Eingabe“ helfen kaum weiter. Kunden müssen verstehen, was falsch ist und wie sie es korrigieren können.

Besser ist eine klare Meldung wie: „Bitte gib eine gültige E-Mail-Adresse ein, zum Beispiel name@beispiel.de.“

7. Zu komplizierte Navigation

Wenn Kategorien unklar benannt sind, Filter schwer verständlich sind oder wichtige Seiten versteckt werden, verlieren Menschen schnell die Orientierung.

Eine klare Navigation hilft allen: Menschen mit Einschränkungen, älteren Kunden und auch Besuchern, die schnell ein bestimmtes Produkt finden möchten.

Warum das für Online-Shops wichtig ist

Barrierefreiheit ist nicht nur ein technisches Thema. Sie betrifft Design, Entwicklung, Content, UX und den gesamten Kaufprozess.

Seit dem BFSG müssen viele digitale Angebote barrierefrei gestaltet sein. Dazu gehören auch bestimmte Dienstleistungen im E-Commerce. Für Unternehmen bedeutet das: Ein Online-Shop sollte nicht nur gut aussehen, sondern auch verständlich, bedienbar und zugänglich sein.

Fazit

Barrieren in Online-Shops kosten Vertrauen, Zeit und Umsatz. Sie erschweren den Zugang, verlängern den Kaufprozess und führen oft zu Kaufabbrüchen.

Ein barrierefreier Online-Shop ist verständlicher, besser bedienbar und für mehr Menschen zugänglich. Ein Accessibility Audit hilft dabei, digitale Barrieren zu erkennen, zu bewerten und gezielt zu verbessern.

Quellen

  • W3C: Web Content Accessibility Guidelines, WCAG 2.2

  • W3C: Understanding Success Criterion 1.4.3 Contrast

  • W3C: Understanding Success Criterion 2.1.1 Keyboard

  • W3C: Understanding Success Criterion 3.3.1 Error Identification

  • Europäische Kommission: European Accessibility Act

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